Antonia Ziegenfuß beim Grenke Chess Open und Fiona Sieber bei der Fraueneinzeleuropameisterschaft

Antonia Ziegenfuß, immer noch Zweitmitglied bei uns, spielt derzeit sehr stark beim Grenke Chess Open in Karlsruhe. Das Turnier hat sagenhafte 2000 Teilnehmer, weil im Vorjahr Deutschlands jetzt 14jähriger Spitzenjugendlicher Vincent Keymer das Open gewann und jetzt im Rundenturnier gegen Weltklassespieler antreten darf. Diesen historischen Moment wollten sich offenbar viele Schachspieler nicht entgehen lassen (in der ersten Runde verlor Keymer gegen Weltmeister Magnus Carlsen nach langem Kampf).

Antonia startete stark mit 2½ aus 3 mit Siegen gegen Andreas Basilius Gikas (Deutschland, Elo 2184) und FM Georg Braun (Deutschland, 2301) sowie einem Remis gegen FM Alejandro Domingo Nunez (Spanien, 2396). Dann kam das große Los mit GM Alireza Firouzja, der mit drei Punkten zu ihr hochgelost wurde. Der fünzehnjährige Iraner ist mit Elo 2669 bereits in der erweiterten Weltspitze angekommen und sicherlich einer begabtesten Nachwuchsspieler der Welt. Daß er bereits eine (kampflose) Niederlage auf dem Konto hatte, ist der skandalösen Weisung des iranischen Schachverbandes geschuldet, nicht gegen Israelis antreten zu dürfen. Angesichts der autoritären Verhältnisse daheim kann sich ein Spieler dem kaum entziehen. Solche Fälle hat es schon früher gegeben. Meines Erachtens gehört der iranische Schachverband aus der FIDE suspendiert. Abgesehen mal davon, daß Rassismus in jedem Fall schlecht ist, ist Antisemitismus auf deutschem Boden doppelt niederträchtig.

Anscheinend hat der Skandal den jungen Mann nicht völlig unberührt gelassen, denn gegen Antonia geschah das völlig Unerwartete und er stellte glatt einen Turm ein. Antonia behielt die Nerven und gewann schnell:

Tweet bezüglich Antonia

Mittlerweile hat sie zwei doch recht deutliche Niederlagen kassiert. Trotzdem ein starker Auftritt. Drei Partien stehen noch aus.

Auch Fiona ist derzeit in Sachen Spitzensport unterwegs, nämlich bei der Einzeleuropameisterschaft der Frauen im türkischen Antalya. Dort wird gerade die zehnte von elf Runden gespielt. Leider erwischte sie mit ½ /4 gegen deutlich schwächere Gegnerinnen einen desaströsen Start. Mittlerweile hat sie sich gefangen, aber ein gutes Turnier wird es nicht mehr.

Last Updated on Oktober 10, 2020 by Babette

2 Kommentare

  1. Toller Bericht, Ingram!! Die Hintergründe sind erschreckend und gut , dass du auch auf solche Seiten im Spitzensport hinweist. Hoffentlich spielt Antonia noch weitere interessante Partien!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.