Wenn der Weltklassespieler in der Kreisliga kiebitzt …

Eine Riesenüberraschung wartete auf die Heimspieler der ersten und der vierten Mannschaft des ESV Rot-Weiß Göttingen. Als Ingram, dessen Brett im Ligaspiel gegen Peine von den Gästen nicht besetzt werden konnte, vor der Tür auf einem Brötchen herumkaute, kam Camilles Mutter mit einem jungen Chinesen um die Ecke. Und dieser entpuppte sich als der Weltklassespieler Yú Yāngyī (Elo 2710, Platz 28 in der aktuellen Weltrangliste). Wie konnte das passieren? Er hatte in Berlin den FIDE Grand Prix 2022 gespielt, indem zwei von acht Startplätzen für das Kandidatenturnier, in dem der Herausforderer des Weltmeisters ermittelt wird,. ausgespielt wurden. Das Finale lief parallel zu unseren Mannschaftskämpfen. Yu wollte nach seinem Ausscheiden wieder nach Shanghai zurückfliegen. Dort war wegen eines schlimmen Ausbruches des Coronavirus allerdings ein harter Lockdown verhängt worden, und deswegen waren alle Flüge nach Shanghai abgesagt worden. Da Yu Yangyi eine Bekannte an der mathematischen Fakultät der Universität Göttingen hat, entschloß er sich, in Göttingen auf die nächste Flugmöglichkeit zu warten. Diese Dame ist wiederum mit Camilles Mutter, einer chinesischen Mathematikprofessorin, befreundet. Und so vertrieb sich der Großmeister die Zeit damit, deren Sohn Camille Bartholdi, der in unserer vierten Mannschaft angetreten war, einmal auf die Finger zu schauen. Nach einem längeren Gespräch mit dem angenehm umgänglichen Meister kam es sogar zu einer Partie zwischen ihm und dem ebenfalls spielfreien Spitzenspieler Johannes Karthäuser. Ein ebenso unerwartetes wie tolles Erlebnis!

Ingram Braun und Großmeister Yu Yangyi (Foto Chenchang Zhu).
Yu Yangyi spielt gegen Johannes Karthäuser, Camille Bartholdi kiebitzt und Babette Berghaus fotografiert.
Yu Yangyi spielt gegen Johannes Karthäuser.

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