Wie ich im Schach besser werde (Teil 3): Chessable

 

Der Jahreswechsel ist vorüber, bei dem einen oder anderen gibt es vielleicht immer noch den Vorsatz, etwas für Schach zu tun. In dieser kleinen Artikelserie soll es darum gehen, wie man das auf unterhaltsame Weise machen kann. Dafür möchte ich ein Paar Tipps und Ressourcen mit euch teilen, die mir in den letzten Monaten sehr geholfen haben, besser zu werden. Im dritten Teil geht es um die Seite chessable.com und wie man sie nutzen kann, auch ohne viel Geld dafür auszugeben.

Überblick

Chessable hat das Karteikarten-Prinzip zum Lernen in digitalisierter Form für Schach nutzbar gemacht. Die Idee besteht darin, klassische Schachbücher zu digitalisieren, den Nutzern die Aufgaben zu geben und diese nach einer bestimmten Zeit automatisch wiederholen zu lassen. Die Abstände zwischen den Wiederholungen werden dabei immer länger, je öfter man die Aufgaben richtig löst. So soll sichergestellt werden, dass sich die gelernten Muster im Gehirn festigen.

Wie kann man chessable effektiv nutzen?

Eröffnungen: Die Seite hat zwar einen Pro-Modus, der Geld kostet, diesen braucht man aber nicht, weil man auch in der kostenlosen Version sechs Kurse gleichzeitig bearbeiten kann. Wie überall auf dem Schachmarkt wird auch chessable von Büchern zu Eröffnungen überflutet. Damit kann man wohl am leichtesten Geld verdienen. Braucht man das als Amateur? Nicht unbedingt. Kann man trotzdem einen Nutzen daraus ziehen? Definitiv.

Es gibt auf chessable sogenannte „Short & Sweet“- Kurse. Das sind kostenlose Schnupperkurse, um Appetit auf den vollständigen Kurs zu machen. Diese „Short & Sweet“- Kurse sind bei Eröffnungen meiner Meinung nach schon mehr als Amateure unter 2000 DWZ brauchen. Wenn man also Interesse an einer Eröffnung hat, kann man sich mit diesen Kursen das Grundwissen holen, das man braucht, um gut aus der Eröffnung zu kommen und eine spielbare Stellung zu erhalten.

Dann probiert man die Eröffnung im Blitz-/Schnellschach aus und sieht, was die Gegner auf ähnlichem Niveau typischerweise spielen. Gibt es Abweichungen, kann man diese mithilfe der kostenlosen lichess-Datenbank finden und somit das eigene Repertoire schrittweise vertiefen.

Mittelspiel: Bei strategischen Themen zu Mittelspielbehandlung und Planfindung bin ich nicht allzu sehr vom Nutzen überzeugt. Für mich hat sich dazu eher ein echtes Buch wie Silmans „How to reassess your chess“ (Siehe Teil 2: https://schach-goettingen.de/cms/2021/12/28/__trashed-2/) bewährt. Das tiefere Verständnis für bestimmte Stellungstypen stellt sich für mich nicht nur durch Musterwiederholung derselben Stellung, sondern vor allem durch intensives Nachdenken mit späteren Erklärungen ein.

Taktik: Für Taktik ist die Methode von chessable sehr gut geeignet, um Muster in bestimmten zeitlichen Abständen zu wiederholen.

Auch hier gibt es gute, kostenlose Kurse wie

Basic Checkmate Patterns: https://www.chessable.com/basic-checkmate-patterns/course/45122/

Legendary Tactics: https://www.chessable.com/short-sweet-legendary-tactics/course/47106/

oder die gesamte „On the Attack“ Serie, die zeigt, wie man mit verschiedenen Figuren angreift, z.B. hier https://www.chessable.com/knights-on-the-attack/course/16475/ , https://www.chessable.com/rooks-on-the-attack/course/16988/

Endspiel:

Zum Endspieltraining eignet sich chessable gut. Der kostenlose Kurs https://www.chessable.com/basic-endgames/course/6371/ vom User „Theoriehack“ hilft mir, mein Basis-Endspielwissen nicht zu vergessen.

Auch grundlegende Turmendspiele kann man hier trainieren: https://www.chessable.com/essential-rp-vs-r-endings/course/90/

Zum Schluss möchte ich noch einen Kurs empfehlen, den ich mir zugelegt habe (es gibt immer wieder Sonderangebote und verschiedene Aktionen, an denen die Kurse 30-40% günstiger angeboten werden): The Checkmate Patterns Manual

https://www.chessable.com/the-checkmate-patterns-manual/course/17841/

Wenn man dachte, man hat die Mattmuster recht gut drauf, wird man durch diesen Kurs eines Besseren belehrt. Mir hat er sehr dabei geholfen, klarere Pläne zu finden und meine Gegner schneller matt zu setzen, weil ich weiß, worauf ich achten muss und wie ich meine Figuren koordinieren soll.

Welche Mittel haben euch am meisten geholfen, euch zu verbessern? Nutzt ihr chessable? Schreibt es gerne in die Kommentare. Wenn es Fragen oder Anmerkungen gibt, meldet euch einfach bei mir.

Last Updated on Januar 14, 2022 by Ingram Braun

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