Erste Runde der DSOL

Die Deutsche Schach-Online-Liga wurde angesichts der unklaren Aussichten bezüglich der Ligawettkämpfe im Präsenzbetrieb ziemlich eilig aus der Boden gestampft. Leider zeigten sich bei den ersten Wettkämpfen zahlreiche technische Probleme, weswegen die zweite Runde ausgesetzt und verschoben wurde.

Keine technischen Probleme gab es m. W. in der ersten Mannschaft gegen ESV Gera. Wohl eine Premiere, daß der ESV Rot-Weiß Göttingen einen Mannschaftskampf gegen einen anderen Eisenbahnersportverein durchführt. Alexander Wilting hatte am Spitzenbrett eine frühe Abweichung vorbereitet und eine ordentliche Maroczy-Stellung bekommen, gegen die nicht ganz einfach zu spielen ist. Leider stellte er dann plump eine Figur weg. Ingram Braun gewann schnell mit einer kleinen Taktik einen Bauern, verhaspelte sich dann aber bei der Beendigung der Entwicklung und stand in einer unangenehmen Fesselung. Der taktische Befreiungssversuch hatte dann leider ein Loch. Damit lagen wir schon 0:2 hinten. Doch kurz danach kam die Nachricht, daß Gerhard Nolte gewonnen hatte. Eigentlich hatte er aus der Eröffnung nichts herausgeholt, aber der gegner ließ sich in einem ausgeglichenen Endspiel sang- und klanglos mattsetzen. Arthur Fischer gelang dann sogar der Ausgleich. Als nachziehender hatte er sich einer langweiligen Systemeröffnung zu erwehren. Das tat er konsequent, und die Stellung blieb bis in das Springerendspiel hinein ziemlich ausgeglichen. Dann überschätzte der Gegenspieler wohl seine Chancen, und Arthur errang entscheidende Königsaktivität. Das war die einzige Partie des Wettkampfes ohne grobe taktische Aussetzer. Endstand 2:2.

Im Gegensatz dazu lief in der zweiten Mannschaft technisch einiges krumm. Gegen die Schachfreunde Gern aus München kam Csaba Daday zu einem schnellen Sieg, der auch als Blitzpartie durchgegangen wäre. Allerdings hatte der Gegner auch früh eine Figur weggeben – ein merkwürdiger Zug, der weder als Mausflip noch als Angriffsversuch oder schlichte Schachblindheit recht erklärbar ist. Für die Software war das offenbar zu schnell, denn die Partie fehlte im Download. Joshua Hoke konnte schalten und walten, wie er wollte; sein eigentlich favorisierter gener leistete spielte merkwürdig passiv. Es dauerte nicht lange bis zum Material- und Partiegewinn. Leider trat auch hier ein Fehler auf, denn Joshuas Uhr stellte alsbald ihren Dienst ein. Zum Glück war die Partie nicht lang genug, als daß das eine Rolle gespielt hätte. Adrian Hoke bestrafte das zu passive Spiel gegen ein Gambit eigentlich schnell, stellte dann aber eine Figur ein. Der Gegner gab das Kompliment zurück. Leider spielte er das Endspiel mit Mehrqualität dann nicht konsequent genug, und es wurde nur Remis. Arnold Otten versuchte als Anziehender Druck zu machen, kompromittierte aber seine Stellung und verlor schließlich durch einen Angriff auf eine gefesselte Figur Material nebst damentausch. Er schleppte das Endspiel zwar noch lange hin, aber es reichte nicht mehr. Damit also ein knapper 2½:1½ Sieg. Auch hier technische Probleme: Arnolds Resultat wurde falsch an den Ergebnisdienst übermittelt.

Es war angenehm, wieder einmal richtiges Schach zu spielen. Daß die Optik auf dem Bildschirm nicht dieselbe ist wie auf dem Brett, merkt man an vielen groben Fehlern. Angesichts der zahlreichen technischen Ungereimtheiten ist es sicherlich richtig, diese erst einmal zu beseitigen.

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