Seit Anfang Februar läuft die dritte Saison der DSOL. Es haben etwas weniger Mannschaften als zur letzten Spielzeit gemeldet, immerhin noch 320, was genau 10 Ligen mit je 4 Gruppen ergibt. Der ESV ist mit 4 Teams dabei:
ESV1 in der Gruppe 2D
ESV2 in der Gruppe 6B
ESV3 in der Gruppe 9A
ESV4 in der Gruppe 10D

Den Anfang machten am letzten Mitwoch die zweite und dritte Mannschaft in ihren Heimspielen gegen die Zweite und Dritte aus Wermelskirchen, einer Stadt im Bergischen Land. Die Fankurve hatte sich in einem Zoom Meeting versammelt, um für die Duelle gemeinsam die Damen zu drücken

Csaba aus der Zweiten musste eine zeitlang auf seinen Gegner warten, konnte ihm dann mit einer feinen Kombination die Dame für Turm und Springer abnehmen. Da auch ein gegnerischer Läufer abgeschnitten war, wurde der Gegner im Blitztempo zur Aufgabe gezwungen. Csaba hatte als
letzter angefangen und war als erster fertig. Nicht jedem Zuschauer gefiel allerdings das Blitztempo.
Arnolds Gegner hatte bei einem Tausch „versäumt“, die Figur zurückzunehmen. Obwohl Arnold ein Zwischenmatt ausließ, brachte er die Partie ungefährdet nach Hause.
An Brett 2 patzte Adrian zunächst eine Figur für zwei Bauern weg, konnte danach aber erst zwei Figuren für einen Turm gewinnen und schließlich seine Dame für zwei Türme geben. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen hatte, hatte Adrian mit Turm, Springer und Bauer für die Dame Kompensation. Seinem Gegner gelang es nicht, Adrian an der Konsolidierung der Stellung zu hindern zwei weitere Bauern einzukassieren. Kurz vor der Umwandlung eines Bauern streckte der Gegner die Waffen.
Am ersten Brett vernachläßigte Jan die Entwicklung seiner Figuren etwas zugunsten eines Handgemenges. Unter hohem Zeitverbrauch konnte er die Stellung bis in ein Doppelturmsndspiel abwickeln, das mit einem gegnerischen Freibauern auf d6 kritisch aussah. Nach weiteren Abtäuschen wurde dieser bedrohliche Bauer eingesammelt und schließlich entstand ein Turmendspiel mit einem keoniglich unterstützten freien Doppelbauer auf der f-Linie gegen einsame Bauern auf der a und h-Linie. Die Engine zeigt zwar, dass wie „alle“ Turmendspiele auch dieses eigentlich Remis war, die Remisbreite für den Verteitiger idR aber schmaler als für die stärkere Seite ist. So auch hier.

Damit gewann die Zweite ihren Mannschaftskampf mit 4:0

Hugo an Brett 1 büßte nach der Eröffnung einen Bauern ein. Nachdem der Gegener einige Figuren getauscht hatte hingen seine restlichen so unglücklich rum, dass Hugo die beiden restlichen Springer für einen Turm und im weiteren Verlauf die Qualität erobern konnte, was den Gegner zur aufgabe veranlasste.
In guter Stellung gewann Moritz durch einen Doppelangriff einen Springer, räumte den Rest vom Damenflügel, wandelte problemlos einen der verbundenen Freibauern um (Kunstück, mit Mehrfigur) und setzte seine Gegnerin schließlich Matt.
David J. gewann schon in der Eröffnung eine Figur, im weiteren Verlauf der Partie weiteres Material und hatte keine Mühe, den Vorteil zum Matt zu verdichten.
David M. an Brett 4 profitierte davon, dass sein Drachenläufer auf g7 gefahrlos zwei Figuren fressen konnte. Auch hier wurde der Vorteil zum Matt verdichtet.

Damit gewann auch die Dritte ihren Mannschaftskampf mit 4:0

Am Donnerstag „reiste“ ESV1 als Aussenseiter zum Aachener Schachverein. Zwar hatte der ASV nicht die ersten 4 seiner Bundesliga Mannschaft gemeldet (sonst spielten sie auch in der ersten Liga der DSOL), war aber trotzdem klarer Favorit.

Artur konnte am vierten Brett nach einigen weniger klugen Zügen seines Gegners schon in der Eröffnung einen Königsangriff organisieren und den schwarzen König über das ganze Brett jagen und schließlich auf b3 matt setzen.
An Brett 2 kam Joshua mit Schwarz sehr ordentlich aus der Eröffnung heraus, verfolgte aber nach langer Rochade mit Tdg8 einen falschen Plan. Sein Königsangriff litt unter schlechter Koordination der Figuren, in der Zwischenzeit kam ein Bauer abhanden. Dass doch nicht alle Turmendspiele remis sind, zeigte sein Gegner ganz souverän.

Michael stand mit Schwarz nach einer eigenartigen Sizilianisch Variante am Königsflügel stark unter Druck. Seine Dame konnte aber auch mit Hilfe seines Gegners nach Öffnung der Stellung auf Raubzug gehen und gleichzeitig die Königsstellung verteidigen. Im Zentrum bildete sich ein Freibauernpaar, das Michael verwerten konnte.
An Brett 1 verlegte Ingram im Mittelspiel seiner Dame den Rückweg und musste sie dann für Turm und zwei Bauern abgeben. Wohl im Gefühl des „spielt sich von ganz allein“ traf der Gegner einige ungleuckliche Entscheidungen, die in einer Stellung Turm + Bauern gegen Dame + Bauern mündete. Um zu gewinnen drang der gegnerische König in Ingrams Lager ein. Nach dem unfreiwilligen Opfer zweier Bauern hätte Ingrams Freibauer nochmal Würze in die Partie bringen können, leider verlor Ingrams letzter Königszug den Turm und augenblicklich die Partie.

Mit dem Unentschieden im Match kann die erste Mannschafte aber sehr zufrieden sein.

Schließlich war am Freitag unsere Vierte zu Gast bei der zehnten (!) Mannschaft des Hamburger Schachklubs. Für alle vier Spieler war es die erste „ernsthafte“ Turnierpartie.

Alexander verlor kurz nach der Eröffnungsphase durch Unachtsamkeit einen zentralen Bauern. Danach war die Stellung nicht mehr zusammenzuhalten, der Gegner verwertete seinen Vorteil sauber.
Mit Schwarz kam Nils im Damenbambit zu einer sehr ansehnlichen Stellung, die er mit f5 verstärken wollte. Als der schließlich entstandene Freibauer auf c4 vorrückte, konnte Weiß die durch f5 geschwächte Diagonale a2-g8 ausnutzen und seinerseits einen Mattangriff erfolgreich durchführen.
Trotz der stark vereinfachten Stellung stand Johannes unter Druck als er in eine Springergabel lief und die Qualität verlor. Im Endspiel Springer gegen Turm lief Johannes leider auch noch in ein Matt.
An Brett 4 übersah Stella einfach, dass ihr Springer vom gegnerischen Bauern bedroht war und musste von dem Zeitpunkt an mit einer Figur weniger spielen. Die Stellung sah eigentlich ganz ordentlich aus, als sie eine zweite Taktik mit Schach übersah und Haus und Hof verlor.

Am Ende haben unser(e) Mädel und Jungs mit der 0-4 Packung ordentlich Lehrgeld gezahlt. Mut macht, dass zwischendurch mehr drin war.