Göttingen II verspielt Aufstiegs-Chance

Guter Dinge und angeregt gestimmt startet die 2. Mannschaft nach kurzweiliger - wenn auch weitläufiger - Fahrt durchs Bergland entlang der Weser und an Kühltürmen vorbei in der ‚Rattenfängerstadt’ zu ihrem zweiten Punktspiel gegen die 5. Mannschaft von Hameln.

Joshua konfrontiert seinen Gegner schnell mit einer überzeugenden Eröffnungsdynamik und gewinnt nach der Qualität dann auch zügig das Spiel. Der erste Punkt war ‚eingefahren‘.

Adrian erhält - nicht minder exakt in der Figurenführung - am Brett 1 (!) als erster ein Remisangebot. Nach sorgfältiger Einschätzung der Nuancen in der Stellung und Rücksprache mit ‚Papa‘ entscheidet er sich folgerichtig, das Angebot anzunehmen: 1,5 - 0,5.

Bertold wollte - nach einem Remis in Goslar wie auch in Clausthal - dieses Mal nichts ‚anbrennen‘ lassen und hatte frühzeitig nach taktischen Feinheiten einen gedeckten Freibauern im Mittelfeld. Spielstark baute er sukzessive die Vorteile aus - bis dass der Gegner erst die ‚Waffen‘ dann die Hand streckte und Bertold mit der gewonnenen Partie einen weiteren Punkt zum Stand von 2,5 - 0,5 beisteuerte. Das lies hoffen.

Helge war mehr als zufrieden und wohl auch ein wenig überrascht, dass sein Gegner ein Remis anbot – überrascht, da der Verlauf der Partie eigentlich leichte Vorteile auf der Seite des gegnerischen Schwarzspielers aufzeigte; dennoch 3 - 1 … Stimmung und Zuversicht hätten zu diesem Zeitpunkt nicht besser sein können.

Hartwig hat nach zwei überzeugenden Punkt-Spielen mit vollem Gewinn dieses Mal seine Stellung wohl doch ein wenig ‚überreizt‘. Zwar konnte Hartwig den Gegner aufgrund seiner feinen Endspieltechnik noch lange ‚beschäftigen‘ und teilweise zu ungläubigem ‚Seufzen und Staunen‘ aufgrund sich strukturell wiederholender Stellungsbilder treiben, letztendlich aber das Endspiel gegen Mehrbauern und Mehrfigur nicht in Remis-Balance halten.

Börries hätte nach seiner Partie wohl am liebsten ‚in die Tischkante beißen wollen‘. Eine quasi gewonnene Stellung noch mal aus der Hand zu geben tut einfach weh. Börries, Kopf hoch, wir wissen, dass Du - nicht nur auf dem Schachbrett - Bemerkenswertes zu leisten vermagst!

Arnold wollte nicht akzeptieren, dass ihm bereits in der Eröffnung ein Schach geboten wird. Zwar hätte er eine relativ sichere Stellung erreichen können, aber zweimaliges Bewegen der gleichen Figur - nein, das verstößt doch nun wirklich gegen elementare Eröffnungsweisheiten; lieber Entwicklung, selbst wenn die Züge immer ‚tollkühner‘ und gewagter werden. Zwar bescheinigte der Gegner nach Partieende, dass es doch ein interessantes, spannendes und stets brenzliges Spiel gewesen sei …. lies sich aber nicht davon abhalten, für Hameln einen weiteren Punkt einzustreichen.

Mittlerweile hatte sich aus einem etablierten Punktevorsprung - ‚himmelschreiend‘ ungerecht‘! - ein 4 zu 3 für Hameln entwickelt.

Christoph war nun unsere ganze Hoffnung, zumindest mit einer Punkteteilung die stets schier endlos scheinende Fahrt von Hameln nach Göttingen anzutreten. Eine durchdachte Partieführung bescherte ihm ein Endspiel mit einem Mehr-Bauern. In einer vermeintlich überschaubaren Stellung lag ‚der Teufel‘ einmal mehr im Detail. Zwar gilt gerade auch in der Welt des Schachs, in der Mitte der Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten, aber ein Bauer mehr ist halt kein Garant fürs Gewinnen. Nachdem dann auch noch dieser Mehrbauer bei dem letzten Versuch, zielführend eine Kombination aufs Brett zu zaubern, verloren ging, war das Remisangebot nicht mehr auszuschlagen.

….Pannen, Pech und Pleiten, Patsche, Plage, Päng und Pappig ….

Zwar sind jetzt die Chancen zum anvisierten Aufstieg in die Bezirksliga mehr als in weite Ferne gerückt, dennoch »….. eine mit Fassung getragene Niederlage ist doch auch ein Sieg« (Oma von AO).

Arnold

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